Takemusu Aikido Erlangen

 
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Erschienen in der Mitgliederzeitung des TB-Erlangen, Ausgabe II/2014.

Nach 22 Jahren zieht sich Nicki Schwierzock aus dem aktiven Trainingsbetrieb zurück.

Alles begann mit Nicki Schwierzock vor 22 Jahren

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Nicki Schwierzock Sensei, 6. Dan Aikido, ein Meister seines Faches, hat vor 22 Jahren das Aikido Dojo beim TB 1888 gegründet. Im Februar 2013 hat Nicki seiner Mannschaft angekündigt, dass er sich aus dem aktiven Aikido-Training zurückziehen möchte.

Nach einer gelungener Aikido - Vorführung im Februar 1992 in der Sporthalle des MTG Erlangen, von Nicki organisiert und auch durchgeführt, mit anwesender Erlanger Presse, haben sich um die 30 Anfänger angemeldet, mit dem Wunsch, dieser Sportart beim TB 1888 beizutreten. Ein Dojo war entstanden. Kurze Zeit später im Leitsberghaus, einer Wandervereinshütte des DAV, am Rande eines Wochenendtrainings, wurde beschlossen, die Aikido Gruppe als Abteilung im TB aufzunehmen. Die Aikido - Geschichte hat beim TB ihren Lauf aufgenommen.

Nicki San hat den 6.Dan Aikido vom Hitohiro Saito Sensei bekommen. Hitohiro Sensei ist der Sohn und Nachfolger seines verstorbenen Vaters, Morihiro Saito Sensei, der von Gründer des Aikido, Morihei Ueshiba, als Leiter des Iwama Dojo und als „Bewahrer“ des Iwama Aikido bestimmt wurde. Noch zu Lebenszeiten von Morihiro Saito Sensei, wurde Nicki zum „Dai Sempai“ von Bayern nominiert, später dann, unter Hitohiro Saito Sensei zum „Dai Sempai“ für Deutschland aufgerufen. Das heißt, der höchste Repräsentant für Iwama Aikido in Deutschland.

Im Anerkennung seiner Leistung als langjähriger Leiter der Aikido Gruppe, würde ich gerne über einige Verdienste schreiben, die man Nicki zurechnen muss, die für mich wichtig und auch ein starken Eindruck hinterlassen haben. Autobiografische Details lasse ich jetzt bewusst weg, die kann man an anderen Stellen nachlesen.

Jahr für Jahr hat Nicki 2 internationale Aikido - Lehrgänge in Erlangen organisiert. Namhafte Namen wie Paolo Corallini, Ulf Evenas, Bill Witt, Daniel Toutain, Miles Kessler, Mark v. Meerendonk und zuletzt Alessandro Tittarelli sind nach Erlangen gereist, folgend Nickis Einladung, ihr Wissen und know how an uns weiter zu geben. Echte Freundschaften haben sich herauskristallisiert, Nicki – Paolo, Nicki – Daniel, Nicki – Alessandro. Am meistens hat uns die italienische Aikido-Schule beeinflusst, weil die Verbindung seitens Italiener zum „Bewahrer“ Morihiro Saito Sensei sehr stark und ausgeprägt war.

Nicki hat auch immer seine Schüler gedrängt, gepusht, zu anderen Senseis zu gehen, Seminare weltweit zu besuchen um dort zu lernen. Eine großartige Einstellung, die auch heute, nicht überall selbstverständlich ist. Einige der „großen“ Senseis verweigern das noch immer. Konkurrenz toleriert man nicht immer gerne.

Nie werde ich vergessen unsere 5 wöchige Japan-Reise, wo wir das Privileg hatten, 2,5 Wochen im alten Iwana Dojo trainieren zu können. Wiederum Nicki, der treibende Motor. Iwama ist der Entstehungsort vom Aikido. Hier hat O-Sensei, Morihei Ueshiba, gelebt und das Aikido entwickelt, verfeinert und perfektioniert. Hier ist „Buki waza“ entstanden, das „Waffenvermächtnis“ von O-Sensei, das auch im unseren Dojo, unverfälscht, weiter gegeben wird. Das feeling im Iwama Dojo Aikido trainieren zu können, unter der strengen Beobachtung vom Morihiro Saito Sensei, den straffen, täglichen Ablauf erleben zu dürfen, war schon einmalig. Auch der anfänglichen „Kultur Shock“ war nach den ersten 2-3 Tagen passee, wir hatten uns rasch „akklimatisiert. Leider, ist es heutzutage nicht mehr möglich, einfach so nach Iwama zu reisen und ins alte Dojo von O-Sensei zu pilgern, um Aikido zu erfahren und auch zu lernen. Nach dem Tod von unserem Meister, Morihiro Saito, hat sich die alte „Ordnung“ sehr gewandelt… Unvergessen auch die darauf folgenden 2,5 sightseens -Wochen, quer durch Japan, mit Schwerpunkt Kyoto. Übernachtet wurde in der alten Hauptstadt, selbstverständlich in einem Ryokan, mit Reispapier - Schiebetüren, Futons, kleiner Bonsai Garten mit Kois im Teich, u.s.w., alles was ein traditionelles und ruhiges Japanisches „Hotel“ so ausmacht.

Viel Lob muss ich Nicki zuschreiben für die vielen Aktivitäten, die er außerhalb des Aikido-Geschehens organisiert und gemanagt hat. Wochenendausflüge nach Rothmannsthal nahe Bamberg, nach Leitsberghaus – dem Gründungsort der Aikido Abteilung –, Kanufahrten auf der Altmühl. Urlaubsreisen nach Porto Recanati / Italien, wo alle 2-3 Abende Training in Osimo angesagt war, die Heimat und Hochburg von Paolo Sensei. Nicht zu vergessen die Woche, wo einige Erlanger Aikidoka nach Paris gefahren sind, zu Patricia Guerri, um auf ihrem Hausboot, das an einem Seitenarm der Seine geankert und als Dojo umfunktioniert war, zu wohnen und Aikido zu trainieren. Auch die von Nicki organisierten Mainausflüge, nach Klingenberg, wo wir uns in einer niedlichen Wandervereinshütte eingenistet hatten, um uns tagsüber mit Aikido zu „beschäftigen“, im Freien selbstverständlich... unvergesslich. Und die vielen Abenden, egal wo wir uns gerade befunden haben, oft feucht-, fröhliche Angelegenheiten, so wie es sich gehört, in einer gesunden Aikido Szene, in einem Gesunden Verein. War doch so, oder?

Nicki hat mich gefragt ob ich bereit wäre, das Dojo in seinem Sinne weiterzuführen. Wohlwissend was mich erwartet, habe ich mit „Ja“ zugestimmt. Ich habe mit „Ja“ zugestimmt, wissend, dass mich die TB-Aikidoka unterstützen werden. Und die sind alle an einem gut funktionierendem Dojo interessiert.

Die Erlanger Aikidoka haben schon immer einen guten Ruf genossen. Wo wir uns haben blicken lassen, auf welches Seminar auch immer, man hat uns sofort erkannt: „…ach, die Erlanger schon wieder...“. Zahlreich, selbstbewusst, fröhlich. Ein bisschen Bewunderung war immer im Spiel. Warum auch nicht? Wir waren, Dank Nicki, auch international sehr gut aufgestellt und bekannt.

Nicki wird uns auch weiter, als Ehrenmitglied, erhalten bleiben, uns mit Rat und Tat beistehen und auch beraten. Wir planen auch, von Zeit zu Zeit, interne Lehrgänge mit Nicki zu organisieren, um auch weiter an seine Erfahrungen angedockt zu bleiben.

Unter dem Motto „Wir sind Dojocho“ werden wir es gemeinsam schaffen, das Dojo weiterzuführen und es wird funktionieren. Da bin ich sehr optimistisch.

„Wir sind Dojocho“

Willi Fischer

 
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