Takemusu Aikido Erlangen

 
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Erschienen in der Mitgliederzeitung des TB-Erlangen, Ausgabe IV/2010.

Summercamp 2010: Alba Adriatica, Italien

Eine ereignisreiche Reise

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24. Juli. Kristine und ich nehmen Kurs nach Italien. Ziel: Alba Adriatica, Abruzzen. Hier im Palazzetto dello Sport findet das alljährliche Aikido Summer-Camp statt. Kristine fährt als — wie ich auch — Italienfan und Sonnenanbeterin, ich als Teilnehmer am Summercamp. Das Summercamp ist organisiert und geleitet von Shihan Alessandro Tittarelli, enger Begleiter von Sensei Hitohiro Saito, der „Tongeber“ (Kaicho) unserer Aikido-Stillrichtung.

25. Juli. Sonntag. Trainingsbeginn: 9 Uhr. Gut dass man noch ausschlafen kann.

26. Juli. Trainingsbeginn: 6 Uhr früh (d.h. 5:15 aufstehen, duschen, mit knurrendem Magen zum Training fahren…). Ort: das Morgentraining findet immer am privaten Strand von Raffaele statt, ein sehr „origineller“ Aikidoka aus Tortoreto Lido. Das Ritual wiederholt sich dann in den nächsten 5 Tagen aufs Gleiche:
06:00 - 06:15 Meditation
06:15 - 07:30 Waffentraining am Strand
09:00 - 10:30 Training in der Sporthalle (meistens Tai-jutsu)
lange Strandpause
17:30 - 20:30 Training in der Sporthalle (Tai-jutsu, Bukkiwaza ).

Eigentlich bin ich im Urlaub, an der sonnigen Adria, man sollte die Seele baumeln lassen, die Wärme genießen. Der Blick geht immer wieder an die Uhr, bin ständig in Bewegung.

Alessandro, der schon 4 - 5 Aikidoseminare bei uns in Erlangen gegeben hat, ist ein echter Kerl. Ein alter Freund. Nicki und ich waren schon mehrmals in seinem Haus, als Gäste, eingeladen worden. Gabriela, seine nette Frau, ist eine gute Freundin von Kristine. Alessandro, 7. Dan Aikido, einer der großen Aikido Meister, hat jahrzehntelanges Aikidotraining auf den Buckel, beherrscht sein Aikido wie kein anderer.

Nach jeder Trainingsstunde ist der Anzug richtig durchnässt und wiegt bestimmt das Dreifache als sonst. Zum Glück bin ich mit 3 Anzügen angereist, und… die brauche ich auch.

30.Juli. Ich genieße das letzte Training am Strand von Raffaelle. Herrliche Stimmung, die Luft riecht so gut. Wir üben „Ken tai jo“, Holzstab gegen Schwert. Mein Partner ist Roberto, ein junger und sehr dynamischer Aikido-Schüler von Alessandro. Wir trainieren schnell, der wacklige Strandsand macht mich fertig, kein Halt, es rutscht hin und her. Alessandro kommt zu mir, sagt: “na ja, wir sind in einem Alter wo wir nicht mehr so richtig, mit der ‚Jungen‘ mithalten können“ (wir beide sind 53 Jahre alt). Irgendwie hat er recht, doch, Gott sei Dank, sind nur noch 15 Minuten verblieben, die werde ich auch noch rumkriegen.

Nach 7 Tage hartem aber schönem Training, im Schnitt bei 28°C, reisen wir ab. Eigentlich bin ich froh, alles gut überstanden zu haben, ohne Verletzungen oder Wehwehchen. Froh über das Gelernte, über die netten Italiener, meine Trainingspartner.

Auch froh über die vielen „dames“, die ich mir von Alessandro eingefangen habe, wenn das Eine oder Andere nicht nach seinem Geschmack geschehen ist. Wer ihn kennt, weiß, dass er nichts durchlässt, keinen noch so kleinen Fehler, auch wenn er einen 3., 4. oder 5. Dan-Träger vor sich stehen hat. Und Alessandro schenkt jeden seine Aufmerksamkeit und seine Geduld.

Willy Fischer

   
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