Takemusu Aikido Erlangen

 
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Erschienen in der Mitgliederzeitung des TB-Erlangen, Ausgabe III/2007.

Budo für Kids — Pfingstkurs 28.-31. Mai 2007

"Stocktechniken im Aikido"

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Alles fing mit einem Mißverständnis an. Gottfried Heidrich, Leiter des Kinder-veranstaltungsbüro des Kultur- und Freizeitamtes der Stadt Erlangen, hat uns angesprochen, ob wir nicht zum Ferienprogramm beitragen könnten. Er hätte an "Stockfechten" gedacht. Nun, auch wenn im Aikido mit dem Stock (Jo) gearbeitet wird, so versteht man unter Stockfechten eigentlich etwas anderes — und außerdem bekommen unsere Schüler erst einen Stock (Jo) in die Hand, wenn sie zwei Jahre dabei sind und man sich inzwischen auf Disziplin und Respekt verlassen kann. Auf der anderen Seite, warum soll man das Experiment nicht einmal wagen. Wir haben einen Ferienkurs "Stocktechniken (im Aikido)" angeboten und dabei festgestellt, dass die Sommerferien gemeint waren. Warum also nicht den eigenen Schülern diesen Kurs als Pfingstferienkurs anbieten.

In der ersten Runde ging es um den Respekt vor dem eigenen Jo. Der Jo ist eine gefährliche Waffe und kann ein Lebensretter sein. Mit dieser Einstellung wird einem klar, dass man sorgsam mit ihm umgehen muss. Drischt man wild auf jemanden ein oder wehrt zu ungeschickt ab, so kann der Jo zu Bruch gehen und damit ist man verloren. Siegen durch Nachgeben gilt auch mit der Waffe. Nach Möglichkeit lenkt man die Kraft des Gegners nur von seinem Körper weg. Eine direkte Blockade ist in der Regel unnötig.

Die zweite Runde galt dem Umgang mit dem Jo in Bezug auf die Mitstreiter. Steht man mit dem Jo auf und hat dabei gleichzeitig seine befreundeten Mitstreiter zur Rechten und zur Linken umgemäht, so hat man ebenfalls schlechte Karten. Der Jo in der Hand schult damit auch die allgemeine Aufmerksamkeit.

Die dritte Runde, die wurde viel wiederholt und fällt unter die Kategorie "neuromuskuläre Stimulation und Schulung des Koordinationsvermögens" — Riesenmikado, Luftballons mit "Stäbchen" transportieren, einen Ballon mit Choku tsuki zwischen zwei Stäben herauskatapultieren, Gladiatorenrennen (zwischen Stäben durchkriechen), auf Klatschen zum Jo des Nachbarn rennen — alles Spiele mit dem Jo die Geschicklichkeit, Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen schulen und dabei auch noch einen Heidenspaß machen.

Natürlich gab es auch die Technikrunden. Die fünf Möglichkeiten mit dem Jo zu stossen und die fünf Möglichkeiten mit dem Jo zu schlagen haben wir so leidlich durchbekommen. Im Gegensatz zum normalen Training haben wir uns erstmals getraut, Verteidigungsformen mit einem Partner zu üben. Die Schüler durften sich dann auch gegen einen richtigen Angriff durch einen Trainer verteidigen. Auf diese Art und Weise sind nur die Trainer gestochen worden oder haben eins auf die Finger bekommen — und das war so eingeplant.

Sowohl den Trainern als auch den Schülern hat dieses Seminar Spaß gemacht. Als Sommerferienprogramm werden wir den Schwerpunkt noch mehr auf elementare Bewegungen setzen (müssen). Aber es gibt noch so viele Spielmöglichkeiten mit dem Jo, dass uns sicher bis dahin noch einiges einfallen wird.

PD Dr. Wolfgang Nitz
(2. Dan Aikido, 1. Kyu Judo)

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