Takemusu Aikido Erlangen

 
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Erschienen in der Mitgliederzeitung des TB-Erlangen, Ausgabe III/2007.

Lehrgang mit Alessandro Tittarelli vom 13. bis 15. April 2007

Spannung und Entspannung

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Zum zweiten Mal nach 2006 fand in Erlangen ein Lehrgang mit Alessandro Tittarelli, 7. Dan Iwama Ryu statt. Alessandro Tittarelli begann 1976 Aikido mit Paolo Corallini und war ab 1984 viele Jahre an der Seite von Morihiro Saito Soke. Heute leitet er das Aiki Shuren Dojo in Ancona und repräsentiert Iwama Shin Shin Aiki Shurenkai Italia.

Ein intensives Wochenende mit insgesamt sieben 90-minütigen Trainingseinheiten lag vor uns. Bei wahrlich italienischen Temperaturen konnten wir im Takemusu Aiki Dojo viele Aikidokas von befreundeten Dojos aus Buckenhof, Fürth, Stuttgart, Korntal, Buchloe und sogar Basel begrüßen.

Am Freitagabend wurde mit einem Special Keiko für Yudansha und 1. Kyu gestartet. Ein gut gelaunter Alessandro — trotz langer Autoanfahrt aus Ancona — legte in dieser besonderen Trainingseinheit den Focus auf den Unterschied zwischen Kihon und Ki no nagare, einem der "Basics" im Iwama Ryu Aikido. An Hand vieler Beispiele verdeutlichte er, dass im Kihon das Zentrum zum Partner hin bewegt wird, während im Ki no nagare der Partner zum eigenem Zentrum geführt wird. Aus Sicht der Schreiberin dieses Berichts war es ein kleiner Leckerbissen.

"O-Sensei practised more with the Ken than with the Jo". Gemäß diesem Zitat von Morihiro Saito Soke stand in den beiden Trainings am Samstagvormittag das Üben mit dem Ken, also dem Holzschwert, im Mittelpunkt. Zunächst aber sorgte das viermalige Grüßen zur Kamiza für einige Verwirrung unter uns Aikidokas, sind wir doch ein zweimaliges Grüßen gewohnt. Natürlich entging auch Alessandro unsere Irritation nicht und so erklärte er, dass in vielen Dojos des Iwama Shin Shin Aiki Shurenkai mittlerweile viermal abgegrüßt werde, so wie es wohl O-Sensei Morihei Ueshiba praktiziert hat.

Zurück zum Ken. Los ging es mit dem 1. und 2. Ken Suburi. Alessandro legte viel Wert auf die Körperhaltung, die Fußarbeit und die Führung des Ken in diesen beiden Grundschlägen. Besonders bei der Fußarbeit haben sich, wie Alessandro bemerkte, einige Nachlässigkeiten eingeschlichen, gerade auch bei Yudanshas. Wie war das noch einmal? Genau! Beim Vorwärtsgehen startet der hintere Fuß, der vordere macht keinen Muckser; und nach Möglichkeit kommt man auch mit dem Fußballen zuerst auf und nicht mit der Ferse. Über viele Vorübungen "arbeiteten" wir uns zum 3. Kumi tachi vor. Hier zeigte uns Alessandro einige Variationen (Henka waza), die zumindest einigen von uns unbekannt waren.

Im zweiten Teil des Vormittagtrainings übten wir verschiedene Formen des Tachi dori, also der Verteidigung gegen einen Angriff mit dem Ken. Alessandro ging hier wie auch während des gesamten Lehrgangs über die Matte zu den trainierenden Aikidokas, um Verbesserungen der Technik vorzuschlagen. Immer an seiner Seite war Kerstin, welche eigens als Dolmetscherin mit angereist war und vom Italienischen ins Deutsche übersetzte. Kerstin leistete hervorragende Arbeit. Als langjährige Aikidoschülerin Alessandros kennt sie ihn gut, was den oft wirklich schwierigen Job — vor allem dann, wenn das italienische Temperament beim Erklären mit Alessandro durchging — erleichtert haben dürfte.

Nach der wohlverdienten Mittagspause — wie es sich in Erlangen für diese Jahreszeit und vor allem für dieses Wetter gehörte, auf einem Keller — ging es in das nicht weniger anstrengende Nachmittagsprogramm. Zunächst war Ken tai jo angesagt. Von den Vorübungen Choku barai, Kaeshi barai und Kaiten barai ging es zu den verschiedenen Formen. Auch hier hatte Alessandro einige Variationen auf Lager. An dieser Stelle sei erwähnt: Natürlich wurde der Lehrgang auf Film festgehalten. Dank Silva, unserer Hauptkamerafrau, kam viel Material zusammen, welches von Nicki zu zwei DVDs verarbeitet wurde.

In der großen Einheit Tai jutsu zeigte Alessandro schließlich ein breites Spektrum von Irimi nage, Shiho nage, Kaiten nage bis hin zu Nikkyo und Sankyo. Er legte viel Wert auf kleine aber deshalb umso wichtigere Details und arbeitete diese Schritt für Schritt heraus. Und natürlich boten wir Aikidokas ihm viel "Stoff" für Korrekturen!

Wer unser Dojo kennt, weiß, dass wir nicht nur gerne trainieren sondern auch gerne feiern. Am Samstagabend hieß es also "Party!" mit unserem bewährten Partyservice Matthias Endres aus Uttenreuth — und natürlich Utes Tomaten-Mozzarella. Party heißt aber nicht nur futtern, sondern bietet auch die Gelegenheit, die anderen Aikidokas außerhalb der Matte näher kennen zulernen, und ganz besonders natürlich Alessandro.

Der Sonntagvormittag war ganz dem Training mit dem Jo gewidmet. Nach einigen Suburi wurde intensiv das 1. Kumi Jo mit verschiedenen Henka waza geübt. Schließlich kam das Schmankerl, Jo nage waza, mit insgesamt 10 (!) verschiedenen Techniken. Welch Glück, dass die DVDs unserem Gedächtnis auf die Sprünge helfen werden.

Grazie mille, Alessandro, für diesen rundherum gelungenen, anspruchsvollen Lehrgang. Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen.

Brigitte Hartig

 
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