Takemusu Aikido Erlangen

 
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Erschienen in der Mitgliederzeitung des TB-Erlangen, Ausgabe II/2007.

(Auszug aus der Laudatio von Dojo-cho "Nicki"  Norbert Schwierzock (6. Dan Iwama Ryu) anläßlich der Veranstaltung "15 Jahre Aikido im Turnberbund Erlangen")

15 Jahre Aikido im TB Erlangen

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Vor 15 Jahren, genauer gesagt am 21. Februar 1992 organisierte "Nicki" Norbert Schwierzock eine Aikido-Vorführung, um Iwama Ryu Aikido in Erlangen bekannt zu machen. Die Vorführung fand in der Turnhalle des MTG statt und hatte damals fast 100 Zuschauer. Einige Wochen später fand ein Gespräch mit dem damaligen Präsidenten des Turnerbundes Herrn Werner Hummert statt, bei der die Gründung einer Aikido Abteilung im TB Erlangen vereinbart wurde. Dem Weitblick und der Großzügigkeit von Werner Hummert ist es zu verdanken, dass nach 15 Jahren auf eine erfolgreiche Abteilungsentwicklung zurückgeblickt werden kann.

"Nicki" selbst war damals noch ein "kleiner" 3. DAN, beeindruckt und begeistert von der Lehrmethode von Morihiro SAITO Sensei, den er zum ersten Mal im Juli 1988 auf einem Seminar in den Schweizer Alpen persönlich kennenlernen durfte.

Der erste Anfängerkurs im MTG war ein voller Erfolg und im ersten Jahr ihres Bestehens konnte die neue Abteilung quasi von Null auf 55 Mitglieder wachsen. Man nannte sich damals "Takemusu Aiki Hoken Dojo" was soviel bedeuten soll wie "Weißbart Dojo" — den Namen hatte Saito Sensei in Fiesch empfohlen.

Von Anfang an dabei waren Kristine und Willi Fischer, Daniela Fabian, Thomas Podzelny, Frank von Gompel und Georg Dummert. Carsten Oetzel kam etwa ein Jahr später dazu. Nach einem Aufenthalt in Frankreich suchte er ein Dojo in Erlangen und fand es glücklicherweise.

Die Trainingsbedingungen waren damals in keiner Weise vergleichbar zu dem, was unseren Mitgliedern heute bieten können. Es waren etwa 60 m2 Matten vorhanden, die in einem Abstellraum lagerten und zu jedem Training neu aufgebaut werden mussten. In den folgenden Jahren wurden alle nur denkbaren Möglichkeiten genutzt, um das Dojo in der IWAMA RYU Szene bekannt zu machen: "Nicki" führte seine Gruppe nach Paris auf das Hausboot von Patricia Guerri und organisierte die ersten Seminare mit Paolo Corallini in Dinkelscherben, später in Erlangen. Im Mai 1993 — ein Jahr nach der Gründung (!) - wurde bereits ein Seminar mit Saito Sensei in Waldkraiburg besucht.

Am 1. Oktober 1994 wurde die neue Kleinsporthalle des TB eingeweiht, bei der auch eine Aikido Vorführung präsentiert wurde. Dies war auch der Moment des Umzugs der Aikido Trainingsaktivitäten vom MTG in die neuen Räume des Turnerbundes an der Spardorfer Strasse.

Das Dojo war von jetzt an in der Spiegelhalle des TB Erlangen, in der "Nicki" gleich im Dezember 1994 sein 25-jährigens Aikido-Jubiläum feiern durfte.

Was wünscht sich ein Aikidoka mehr als einmal nach JAPAN — genauer gesagt nach Iwama — zu reisen, dem Ort wo O-Sensei gelebt hat. Für Kristine und Willi Fischer, Frank van Gompel und Johannes Masloff war diese Japanreise — im Kreise einer größeren Aikidogruppe — im April und Mai 1995 eine wirklich große Herausforderung. Das bedeutete nicht nur im ehrwürdigen Dojo zu trainieren und zu schlafen, sondern sich auch bei jeder nur denkbaren Gelegenheit den Fettnäpfchen der japanischen Kultur auszusetzen.

Die darauf folgenden Jahre im Dojo waren geprägt von einem eifrigen Streben, denn die "Schüler der ersten Stunde" wollten endlich den schwarzen Gürtel im Aikido erreichen. Im Januar 1997 war es so weit: auf einen Schlag bestanden Daniela, Kristine, Carsten, Georg, Thomas und Willi die Prüfung zum 1. Meistergrad im Aikido (Shodan). Für "Nicki" als verantwortlicher Dojoleiter war dies ein wirklich großer Moment und eine Bestätigung, mit Iwama Ryu Aikido auf dem richtigen Weg zu sein.

Das Dojo in Erlangen wurde mehr und mehr zu einem zentralen Ort für die Ausrichtung von Zentraltrainings oder von internationalen Seminaren zu denen in den letzten Jahren neben Paolo Corallini, 7. Dan Italien, auch Ulf Evenas, 7. Dan aus Göteborg sowie Daniel Toutain, 6. Dan aus Rennes/Frankreich oder im letzten Jahr Alessandro Tittarelli, 7.Dan aus Italien eingeladen wurden.

Nach dem Tode von "Nickis" Lehrer und Meister Morihiro SAITO Sensei hat sich nicht nur die Iwama Takemusu Szene verändert. Während sich eine Reihe anderer Dojos dem Zentralverband AIKIKAI angenähert haben, hat "Nicki" sich entschlossen, dem IWAM RYU und der Familie SAITO treu zu bleiben und den Sohn und Nachfolger des alten Lehrers beim Aufbau seiner eigenen Organisation zu unterstützen.

Wenn man die Mitgliederstatistik unseres Dojos betrachtet, dann ist diese in den vergangenen 15 Jahren stetig von ehemals 50 bis zum dreifachen gewachsen. Im vergangenen Jahr (2006) haben wieder einige Schüler des Dojos ihr Etappenziel erreicht. Akiko Pyczak-Ogawa, Brigitte Hartig, Günther Feniuk, Ute Schäfer und Mario Pirmer wurden zu Schwarzgurtträgern graduiert (Shodan = 1. Dan). Nicht zu vergessen die YUDANSHAs, die bereits in den Jahren davor die Prüfungen zum SHODAN, NIDAN oder SANDAN mit Erfolg abgelegt haben:

  • Daniela Fabian, Willi Fischer, Thomas Podzelny, Carsten Oetzel zum SANDAN
  • Frank van Gompel, Peter Müller-Hillebrand, Florian Pyczak, Bernd Tepler, Kai Sengpiel und Wolfgang Nitz zum NIDAN.

 

1992 hat "Nicki" als 3. DAN ein kleines Dojo aufgebaut — heute, 2007, ist es das deutsche Hombu-Dojo im Iwama Shin Shin Aiki Shurenkai mit 13 YUDANSHA und etwa 130 Mitgliedern.

PD Dr. Wolfgang Nitz
Stellv. Abteilungsleiter
(2. DAN Aikido)

   
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